Schwangerschaft und MS
Immoglobine statt Feron
senkung der schubrate
Lyons (ako). Bei Frauen mit Multipler Sklerose (MS) verlangsamt sich die Progression der Krankheit in der Schwangerschaft: Im dritten Trimenon haben werdende Mütter 70 Prozent weniger Schübe als im Jahr zuvor. Nach der Geburt kommt es dann aber in gleichem Maße zu einer Beschleunigung: Rückfälle sind dann um 70 Prozent häufiger als vor der Schwangerschaft. Damit bleibt der Verlauf der Autoimmunerkrankung insgesamt unbeeinflußt. Das belegen die Ergebnisse einer Studie mit über 250 Frauen aus zwölf europäischen Ländern.
Es ergab sich, daß die Häufigkeit der Schübe im Laufe der Schwangerschaft sinkt: Im Jahr vor der Gravidität war die durchschnittliche Schubrate 0,7 pro Frau und Jahr, im ersten Trimenon lag sie bei 0,5, im zweiten bei 0,6. Im dritten Trimenon sank die Rate dann auf 0,2 Schübe pro Frau und Jahr und stieg dann in den ersten drei Monaten nach Geburt auf 1,2 an. Anschließend wurden ähnliche Werte wie vor der Schwangerschaft erreicht. Eine Epiduralanästhesie hatte keinen Einfluß auf die Schubhäufigkeit, allerdings hatten stillende Mütter niedrigere Schubraten als diejenigen, die ihr Kind mit der Flasche fütterten. Das Stillen hat aber keinen Einfluß auf das Fortschreiten der Krankheit (NEJM 339, 1998, 285).
Die selteneren Schübe von MS in der Gravidität sind den Wissenschaftlern zufolge vermutlich auf Veränderungen des Immunsystems zurückzuführen: In der Schwangerschaft findet eine Verschiebung von der T-Zell-Immunität hin zur humoralen B-Zell-Immunität statt, dadurch werden die T-Zell-vermittelten Autoimmunprozesse der MS gedämpft.
"Man muß Frauen mit MS allerdings warnen, daß sie aufgrund des hohen Rückfall-Risikos nach der Entbindung möglicherweise nicht ausreichend für ihr Kind sorgen können", sagt Dr. John Whittaker aus Birmingham in seinem Editorial zu der Studie. Deshalb sollte man seiner Ansicht nach auf jeden Fall direkt nach der Geburt eine Therapie, zum Beispiel mit Interferon, beginnen.
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sorry, text hab ich mal gespeichert, Quelle "versiebt"