Koppelung von MS und Schilddrüsenerkrankungen

 

Eine im Journal of Autoimmune Diseases veröffentlichte kanadische Studie unterstützt die Vermutung, dass Autoimmunerkrankungen häufig miteinander gekoppelt sind. Im Rahmen der Studie wurde der Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose und zwei Schilddrüsenerkrankungen (Hashimoto-Thyreoditis und Basedow-Krankheit) herausgearbeitet.

Die Hashimoto- Thyreoditis verläuft entzündlich und wird ebenso wie MS durch T-Zellen ausgelöst. Die Basedow-Krankheit hingegen wird verursacht durch die Bildung von so genannten IgG-Antikörpern, die an bestimmte Rezeptoren in der Schilddrüse binden. Dadurch werden zu viele Schilddrüsenhormone produziert; hier liegt jedoch keine Entzündung vor. In der Studie wurde die Häufigkeit der beiden Schilddrüsenerkrankungen in der Durchschnittsbevölkerung mit der Häufigkeit bei MS-Patienten verglichen.

Es zeigte sich, dass beide Schilddrüsenkrankheiten bei MS-Patienten häufiger vorkommen, allerdings sind die Daten in Bezug auf die Hashimoto-Thyreoiditis nicht statistisch abgesichert. Die Autoren der Studie erklärten, dass der Zusammenhang von MS und Hashimoto- Thyreoditis sie aufgrund der Übereinstimmungen im Entstehungsprozess nicht überrascht habe, über den Zusammenhang zwischen MS und Basedow-Krankheit könne man hingegen nur spekulieren.

--------------------------------

Vielen Dank an Petra, die mich auf den Artikel vom 3.7.06 bei http://www.curado.de/ aufmerksam gemacht hat.