Chlamydienzusammenfassung
Geschrieben von Manfred Fu. am 17. März 2003 19:07:31:
Chlamydia pneumoniae Übersicht
Begonnen hat die Chlamydiengeschichte 1996 in der Vanderbilt Klinik in Texas, als bei einem 24 jährigen MS Patienten,der sich massiv verschlechterte bei der Liquorpunktion Chlamydia pneumoniae direkt nachgewiesen wurde.Chlamydien sind intrazellulär lebende Bakterien ohne Zellwand.Durch eine Antibiotikatherapie über 18 Monate verbesserte sich der Patient von EDDS 7 auf 3!!Der Fall wurde publiziert. Danach brach eine Diskussion über den Chlamydiennachweis aus,der seine Wurzel darin hat,dass der PCR Test zwar sehr spezifisch ist(keine falsch positiven Werte),aber wie Vergleichsstudien zeigen,sind die Test der verschiedenen Krankenhäuser,in der Situation,wenn nur wenig Chlamydien DNA in der Probe vorhanden ist,wie es bei MS der Fall ist, unterschiedlich sensitiv ,nur zu 29-68%,anstatt der erwünschten 100%.
Anschließend gelang es verschiedenen Kliniken in verschiedener Häufigkeit Chlamydien direkt mttels PCR Test aus dem Liquor von MS Patienten nachzuweisen.
Um eine endgültige Klrärung der Chlamydienfrage herbeizuführen gab,die DMSG eine Studie
der Universität Heidelberg unter Doz.Grau in Auftrag,die herausfand,dass Chlamydien bei MS Patienten in einem hohen Prozentsatz nachweisbar waren.Als Kontrollgruppe dienten allerdings nicht Gesunde sondern andere neurologische Patienten,z.B.nachSchlaganfall. Auch bei diesen Patienten konnten Chlamydien,zwar in einen geringeren Prozentsatz nachgewiesen werden.Allerdings war,wenn man den Chlamydiennachweis nicht nur qualitativ,sondern auch quantitativ machte,die Erregerzahl bei MS 10x so hoch,vorallem beim schubförmigen Verlauf,wie bei der Kontrollgruppe.Es wundert nicht,dass auch andere Erkrankungen des ZNS,einen zwar geringen aber dennoch vorhandenen Chlamydienbefall aufwiesen.Chlamydien werden ja zunehmend in arteriosklerotischen Plaques nachgewiesen und in Zusammenhang auch mit Schlaganfall und Herzinfarkt gebracht.
Antikörper sagen nur aus,dass der Körper mit Chlamydien in Kontakt war,z.B.im HNO Bereich.Grundsätzlich ist es so,dass bei einem akuten Infekt IGm erhöht ist und IGg stark erhöht ist,das sollte sich dann langsam normalisieren, nach Abklingen des Infektes.Falls
IGg und IGa nur leicht erhöht ist und bleibt ( IGa ist diagnostisch
wichtig), spricht das für einen chronischen
Chlamydieninfekt. Epidemiologische Studien fanden jüngst einen eindeutigen Zusammenhang zwischen positiven Chlamydienserumspiegeln und progredienter MS.
Die Analyse der oligoklonalen Banden des Liquors mittels Immunoblots ergab ebenso wie die PCR Methoden punkto Spezifität gegen Chlamydien unterschiedliche Ergebnisse,was einerseits wie bei der PCR Methode, in der Methode selber liegen dürfte, andererseits auch darin, dass Die Bildung von spezifischen Antikörpern individuell sehr verschieden ist.
Es gibt eine Reihe von Hinweisen,dass chronische Chlamydieninfektionen in den Monocyten,das sind bestimmte weisse Blutzellen vorkommen.Sie verursachen eine Aktivierung dieser Monozyten zu Makrophagen,diese Erlangen die Fähigkeit die Bluthirnschranke zu überwinden und Entzündungsprozesse zu initiiren.Es wurde nachgewiesen(Dr.Hammerschlag),dass Chlamydien unter bestimmten Umständen,z.B.durch Gabe von Interferon oder ungünstigen Ernährungsbedingungen ihre Vermehrung stoppen und inaktiv in den Zellen lebend weiter existieren. Dadurch werden sie gegen Antibiotika immun.
Inwieweit, die soweit gesicherte Tatsache, an der Entstehung oder Unterhaltung der chronischen Entzündung bei der MS ursächlich beteiligt ist oder nur als unspezifische Begleitreaktion vorkommt,
könnte durch die Gabe von Antibiotika weiter abgeklärt werden,wobei die beschriebene Resistenzsituation bei chronischer Chlamydieninfektion,die Beurteilung erschwert.In der Tat gibt es im Internet eine Sammlung eines MS Patienten,der über 13 in Amerika mit Antibiotika behandelten Patienten berichtet,die abhängig von der Krankheitsdauer einen guten Erfolg hattten.
Dr.Sriram,der Vorstand der Vanderbild Klinik in Texas,der energischste Verfechter der Chlamydienhypothese ,hat derzeit eine doppelblind,placebokontrollierte,multizentrische Studie über 2 Jahre laufen, welche im September 2004 ausläuft.
Dabei werden 2 Antibiotika nämlich: Rifampicin mit einem Makrolidantibiotikum,Azithromycin kombiniert.
Ich selber habe auch Rebif vor 4 Wochen abgesetzt und habe mit 200 mg Vibramycin begonnen,bin mittlerweile auf 600 mg Rifoldin/Tag umgestiegen.Ich fühl mich zumindestens deutlichbesser als vorher.
(Mit freundlicher Genehmigung Dr.Fuhrmann )