Multiple Sklerose - eine Infektion des ZNS mit Chlamydia pneumoniae
Eine Gruppe von Neurologen, Infektiologen und Pathologen um Subramaniam Sriram aus Nashville im US-Staat Tennessee beschreibt in den "Annals of Neurology" den Nachweis von Chlamydia pneumoniae bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS).
In der Studie wurden drei Patientengruppen untersucht: 17 Patienten mit schubförmiger MS (ohne aktuellen Schub), 20 Patienten mit chronisch-progredienter MS, mit nach den Poser-Kriterien gesicherter Diagnose. Als Kontrollgruppe galten 27 Patienten mit anderen neurologischen Krankheitsbildern, aber nicht MS. Die Untersuchungsmethoden:
In der Gruppe der Patienten mit schubförmiger MS konnte
bei sieben von 17 C. pneumoniae kulturell nachgewiesen werden, bei
allen 17 Patienten konnte C.-pneumoniae-Antigen mit der PCR
nachgewiesen werden. Die Antikörper-Analyse von Liquor und Serum ergab
in acht von 17 Patienten einen positiven Index 1 als Ausdruck der
autochthonen IgG-Produktion. In der Patientengruppe mit
chronisch-progredienter MS war der Nachweis von C. pneumoniae noch
eindrucksvoller: Bei 16 von 20 Patienten war C. pneumoniae kulturell
nachweisbar, in der PCR bei 19 von 20 positiv. Mittels Western Blot
konnte in dieser Gruppe nachgewiesen werden, daß sich die als
oligoklonale Banden bekannten autochthon produzierten IgG im Liquor
von C.-pneumoniae-Antigen adsorbieren lassen, ein Hinweis auf die
Spezifität der bisher als unspezifisch charakterisierten Antikörper.
In der Kontrollgruppe mit anderen neurologischen Krankheitsbildern,
die ebenso entzündlicher Genese waren oder eine entzündliche
Komponente aufwiesen, waren drei von 27 Patienten kulturell und vier
von 27 in der PCR positiv. Die Indices der IgG-Prävalenz in Liquor und
Serum lagen bei 21 von 22 untersuchten Patienten-Liquors unter 1, was
als Hinweis auf nicht intrathekal gebildete Immunglobuline gedeutet
wird. Patienten mit positivem Nachweis hatten Erkrankungen, die
möglicherweise auch durch C.pneumoniae bedingt sein könnten.
Die Arbeit zeigt überzeugend das Vorkommen von C. pneumoniae im Liquor
von MS-Patienten. Es gibt keine Berichte von apathogener humaner
Besiedelung des ZNS mit Bakterien. Chlamydien gehören als typische
Erreger chronisch-persistierender Infektionen keinesfalls in das ZNS
von Patienten mit MS.
Die herkömmlichen pathogenetischen Modelle gehen bei der MS davon aus, daß autoaggressive T-Zell-Klone endogen Entmarkungs-Läsionen verursachen, möglicherweise aktiviert durch Umweltfaktoren (und hier räumt man auch infektiösen Agentien eine positive ätiologische Bedeutung ein). Bakterielle Erreger als Auslöser der MS wurden aber in den letzten Jahren kaum erwähnt.
Rätselhafter Keim
C. pneumoniae ist ein erst 1985 entdeckter Erreger mit
bisher nicht vollständig geklärter Pathogenität. Außer
unterschiedlichen respiratorischen Infektionen ist eine Persistenz des
intrazellulären, Gram-negativen Erregers im Respirationstrakt bei
klinisch Gesunden beschrieben. In den letzten Jahren zeichnete sich
zunehmend die Abklärung der Pathogenese der Atherosklerose als
chronisch persistierende Gefäßinfektion mit C. pneumoniae ab.
Auch gibt es epidemiologische Hinweise auf eine infektiologische
Ätiologie der MS:
Interessanterweise wird MS auch südlich des Äquators
nach Südafrika und Australien/Neuseeland hin wieder häufiger. In
Zentral-Afrika, Indien sowie Mittel- und Südamerika ist die MS kein
Thema. Diese bemerkenswerte Epidemiologie deckt sich erstaunlich gut
mit der Epidemiologie der Atherosklerose.
Quelle: AZ
http://www.aerztewoche.at/start/html/index4.html
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ach so, weils keiner hören will nochmal zur Erinnerung : Chlamydien, zumindest die Ch trachomatis, zählen zu den Geschlechtskrankheiten . Als die Soldaten im zweiten WK auf den Färöer-Inseln auf die Mädels gehüpft sind, gings da erst mit MS los, die MS ist auch deutlich häufiger in den Ländern mit freizügiger Lebensweise.
Ist das Zufall ? Warscheinlich ist dieses Thema zu heikel, es gibt keine oder nur vage Infos dazu. Auf die Idee, dies im Zusammenhang zu sehen, hat mich ein Berliner Frauenarzt gebracht. Mit dem verfremdworteten Text da oben kann ich auch nicht allzuviel anfangen.
Andererseits müsste bei einem direkten Zusammenhang mit häufigen ungeschütztem Partnerwechsel gerade in Zentralafrika wesentlich häufigere MS- Patienten auftreten, da dort durch freizügigen Verkehr z B die Aids-Rate sprunghaft steigt. Es kann natürlich auch sein, dass sie nur nicht erfasst, untersucht oder sogar vernachlässigt werden.
Dr Fuhrmann schrieb mir zur Erklärung dazu:
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www.hausarzt.qualimedic.de schreibt dazu :
Chlamydien sind bakterienähnliche Kleinstlebewesen (Mikroben: Chlamydia trachomatis), die sehr verbreitet sind. Eine Chlamydieninfektion ist die häufigste aller sexuell übertragbaren Krankheiten. Auf Grund der möglichen Folgen und Komplikationen sollte sie ernst genommen und behandelt werden.
Häufigkeit
Allein in Deutschland sind schätzungsweise 1,1 Millionen
Menschen mit Chlamydien infiziert, das heißt, jeder 30. Erwachsene und
jeder 16. Jugendliche.
Ansteckung
Chlamydien sind durch Geschlechtsverkehr übertragbar. Mütter
mit einer Chlamydieninfektion können ihre Kinder während der Geburt
anstecken.
Merkmale einer Chlamydieninfektion
Die Mikroben gelten als ausgesprochen heimtückisch, da sie bei rund 90
Prozent der Betroffenen keine oder nur geringfügige Beschwerden
verursachen. Die Symptome sind bei
Frauen
wie bei
Männern Ausfluss und schmerzhaftes Wasserlassen, in späteren
Stadien Unterleibsentzündungen.
Folgen einer Chlamydieninfektion
Für
Frauen
besteht nach unbehandelter Chlamydieninfektion das Risiko von
Unfruchtbarkeit oder von
Eileiterschwangerschaften. Eine
Infektion während der Schwangerschaft kann gravierende Folgen für
das Kind haben.
Auch bei
Männern
kann eine Chlamydieninfektion zur Unfruchtbarkeit führen.
Diagnose
Die Diagnose wird durch einen Abstrich von der Harnröhre und
bei Frauen zusätzlich vom Gebärmutterhals gestellt.
Chlamydieninfektionen zeigen ähnliche Symptome wie
Gonorrhoe,
werden jedoch anders behandelt. Deshalb ist es wichtig, eine
eindeutige Diagnose zu stellen.
PCR-Test: Seit kurzem gibt es einen neuen
gentechnische Test auf dem Markt, der aber nicht von den Krankenkassen
bezahlt wird. Bei dieser sogenannten PCR-Technik handelt es sich um
eine Polymerase-Kettenreaktion, ein spezielles Nachweisverfahren für
derartige Fälle.
Der zuverlässigste Test auf Chlamydien ist es, eine Zellkultur
anzulegen, welche teuer und nicht überall erhältlich ist. Aus diesem
Grund verwenden Ärzte häufig einen einfacheren Abstrichtest.
Therapie
Eine Behandlung einer Chlamydieninfektion erfolgt mit Tetrazyklin,
einem Antibiotikum, und erstreckt sich im Normalfall über einen
Zeitraum von zwei Wochen. Es ist wichtig, dass beide/alle Partner
untersucht und behandelt werden.
Eine Chlamydieninfektion, die rechtzeitig behandelt wird, verursacht
in der Regel keine Folgeschäden.
Wer ist besonders gefährdet?
Besonders gefährdet sind Personen mit häufig wechselnden Partnerinnen
und Partnern und Personen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr
praktizieren.