CellCept

Das Immunsuppressivum CellCept ist ein stark wirksamer, reversibler Hemmer des wichtigen Enzyms Inosinmonophosphat-Dehydrogenase (IMPDH). CellCept ist weltweit in über 70 Ländern für die Verhütung der Organabstossung nach Nieren- und Herztransplantationen zugelassen. Die Zulassung der Indikation für Lebertransplantationen wurde in den USA bereits erteilt, und entsprechende Gesuche werden zurzeit in weiteren Ländern geprüft.

Roche in der Transplantationsmedizin

Roche setzt sich weiterhin schwerpunktmässig für die Verbesserung der Erfolgsquote von Organverpflanzungen und eine dadurch erhöhte Lebensqualität der Patientinnen und Patienten ein. Roche hat drei innovative Medikamente entwickelt, welche die Gesundheit der Organempfänger und die Funktion des Transplantats verbessern: die nierenverträglichen Immunsuppressiva CellCept und Zenapax sowie das Mittel zur Verhütung von CMV-Infektionen Cymeven. Im Juli 1998 hatte Roche die Gründung der "Roche Organ Transplant Research Foundation" bekannt gegeben. Roche hat dieser nicht gewinnorientierten Stiftung für die nächsten fünf Jahre 25 Millionen CHF zugesagt.

(Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.)

Grenzach-Wyhlen, November 2000

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(vielen Dank für die Erlaubnis der Darstellung)

 

 

Kongreßbericht 2000

Erstes interdisziplinäres Symposium zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen in Kiel

Am 15. Februar diesen Jahres richtete die Fördergesellschaft zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen e. V. erstmals unter Beteiligung hochkarätiger Wissenschaftler aus den USA, Italien, Belgien und Deutschland ein Symposium aus. Schwerpunkte waren neue Therapiekonzepte zur Behandlung der Multiplen Sklerose und des Systemischen Lupus erythematodes.

Multiple Sklerose - weltweit sind etwa 1 Million Menschen betroffen
Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die in den meisten Fällen zunächst schubförmig verläuft. Im Verlaufe der Erkrankung kommt es im Rahmen einer Entzündung zu einer Zerstörung der Markscheiden der Nervenfasern, der Nervenzellen selber sowie der umgebenden Stützzellen. Je nach Ort der Entzündung kommt es zu Lähmungen, Sehstörungen, Schwindel, Taubheitsgefühl und Störungen der Blasen- und Mastdarmentleerung. Die Multiple Sklerose ist eine der häufigsten Ursachen der Behinderung im jungen Erwachsenenalter. Weltweit sind etwa 1 Million Menschen betroffen. Die Erkrankung ist nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft nicht heilbar. Derzeit wird während eines akuten Schubes hochdosiert Kortison verabreicht, das aber kaum einen Effekt auf den langfristigen Verlauf hat. Erste Langzeiterfolge erbrachte vor einigen Jahren die Einführung der ß-Interferone sowie die Einführung der bisher nur in den USA erhältlichen Copolymer-1. Beide Wirkstoffe haben jedoch den Nachteil, daß sie derzeit nur in Form von Injektionen angewandt werden können, was für den Patienten eine große Belastung darstellt. Diesem Problem widmet sich derzeit eine Studiengruppe aus Boston in den USA. Dr. Michael Olek berichtete in seinem Vortrag über neue Therapieansätze der Multiplen Sklerose mit dem neuen Interferon–tau, Mycophenolatmofetil (CellCept®) sowie Cyclophosphamid, einem Zytostatikum. Besonderer Schwerpunkt seines Vortrages war das neue Interferon-tau, das als einziges Interferon oral, das heißt also in Form von Kapseln eingenommen werden kann. Eine Studie der Phase 1 wurde bereits erfolgreich abgeschlossen, ein doppelblinde Studie der Phase 2 ist bereits geplant. Auch Mycophenolatmofetil, das bei uns unter dem Namen CellCept® im Handel ist, kann in Form von Kapseln eingenommen werden. Die Arbeitsgruppe um Dr. Olek führt mit diesem relativ neuen Wirkstoff erstmals eine doppelblinde Studie an MS-Patienten durch. Derzeit ist das Präparat in der Bundesrepublik lediglich zur Verhinderung von Transplantatabstoßungen zugelassen.

Mit Krebsmitteln gegen die MS
Bemerkenswert ist auch der Therapieansatz mit Cyclophosphamid, einem Zytostatikum, das für gewöhnlich zur Therapie von bösartigen Erkrankungen eingesetzt wird. In einer Multicenter-Studie prüft die Arbeitsgruppe aus Boston derzeit den Einsatz bei MS-Patienten, die als Therapieversager unter Interferon gelten. Die Ergebnisse sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre vorliegen. Mitoxantron - auch bei schwersten Fällen wirksam Auch eine deutsche Arbeitsgruppe aus Würzburg unter der Leitung von Herrn Prof. Toyka und Herrn Priv. doz. Jung befaßt sich derzeit ebenfalls mit dem Problem der Therapieversager unter Interferon-ß. Herr Priv. doz. Jung stellte die Ergebnisse einer zweijährigen Studie mit Mitoxantron vor. Mitoxantron ist in Deutschland unter dem Namen Novantron® im Handel und ist derzeit lediglich zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs und anderen metastasierenden Krebserkrankungen zugelassen. Die Studie konnte zeigen, daß Mitoxantron auch in schweren Fällen von MS bei Versagen anderer Therapien wirksam ist. Eingeschränkt wird die Anwendung von Mitoxantron leider durch die schweren Nebenwirkungen des Präparates. Nach einer gesamten Therapiedauer von zwei Jahren muß das Medikament abgesetzt werden, um eine Schädigung des Herzmuskels zu verhindern. Möglicherweise sind im Anschluß an die Mitoxantronbehandlung jedoch wieder üblichen Therapieregime wirksam, so hofft Herr Priv. doz. Jung.

Auch weniger aggressive Therapien sind bei der MS wirksam
Einen anderen Weg bei der Therapie der MS beschreitet derzeit Herr Prof. Kunze aus Hamburg. Er gab in seinem Vortrag eine Übersicht zur Behandlung neurologischer Erkrankungen mit hochdosierten Immunglobulinen. Immunglobuline sind Plasmaproteine, die aus menschlichem Blut gewonnen werden. Sie spielen eine Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Die Wirksamkeit bei Autoimmunerkrankungen anhand zahlreicher Studien gut belegt, jedoch ist bis zum heutigen Tag der Wirkungsmechanismus nicht vollständig geklärt. Die Therapie besteht in einer Infusionsbehandlung über wenige Tage, die zumeist in monatlichen Abständen wiederholt wird. Obwohl die Immunglobuline in der Regel gut verträglich sind, blieb ihre Anwendung jedoch aufgrund der hohen Kosten bislang beschränkt. Nach der Schwangerschaft droht oft ein MS-Schub Frau Prof. Haas widmete sich auf dem Symposium dem Thema Schwangerschaft und MS. Wie bei allen Autoimmunerkrankungen, so besteht auch bei der MS nach der Entbindung ein hohes Risiko, einen erneuten Schubes. Grund hierfür ist die hormonelle Umstellung im Körper der Frau, der zu einer Aufhebung der Immuntoleranz führt. Ein MS-Schub nach der Entbindung ist gerade zu diesem Zeitpunkt besonders problematisch, da die Patientin einen Säugling zu versorgen hat. Abhilfe kann hier die hochdosierte Gabe von Immunglobulinen schaffen, wie Frau Prof. Haas erläuterte. Ihre Studie mit insgesamt 51 Frauen konnte eindrucksvoll eine Reduktion des Risikos für einen erneuten MS-Schub belegen. Frau Prof. Haas betonte zudem die sehr gute Verträglichkeit der Therapie. Das Neugeborene könne ohne Probleme gestillt werden. Selbst die Gabe von Immunglobulinen während der Schwangerschaft sei möglich und ohne Risiko für das Ungeborene.